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Heathcliff “Heath” Andrew Ledger (04. April 1979 – 22. Januar 2008) war ein in Australien geborener Schauspieler, der in New York lebte. Er wurde u.a. für Auszeichnungen mit dem Academy Award (Oscar), BAFTA, Golden Globe und SAG nominiert. Nachdem er während der 90er Jahre zunächst in TV-Rollen auftrat, trat Ledger in knapp zwanzig Kinofilmen auf. Er glänzte sowohl in kritischen Filmen als auch in Kassenerfolgen, darunter 10 Dinge, die ich an dir hasse, Der Patriot, Monster’s Ball, Ritter aus Leidenschaft und Brokeback Mountain. Für seine Darstellung des Ennis del Mar in Brokeback Mountain wurde Ledger 2005 für den Oscar als „Bester Hauptdarsteller“ nominiert und gewann Auszeichnungen der British Academy und des Australian Film Institute, außerdem zwei MTV Movie Awards.Zusätzlich zu seiner Arbeit als Schauspieler und als Produzent und Regisseur von Musikvideos strebte Ledger eine weitere Karriere als Filmregisseur an.
In dem bald erscheinenden Film The Dark Knight konnte Ledger seine Rolle als Der Joker noch beenden, kurz bevor er an einer versehentlichen Überdosis verschreibungspflichtiger Medikamente im Alter von 28 Jahren starb. Sein letztes Projekt als Schauspieler war Terry Gilliams unvollendeter Film The Imaginarium of Doctor Parnassus.
Familie und Privatleben
Heath Ledger wurde in Perth, West-Australien, geboren. Seine Eltern sind Sally Ledger Bell (geb. Ramshaw), eine Französisch-Lehrerin, und Kim Ledger, ein Rennfahrer und Bergbauingenieur. Ledgers Vater stammt aus einer Familie, die in Perth als Eigentümer der Ledger Engineering Foundry (Gießerei) wohlbekannt ist. Die wohltätige Sir Frank Ledger-Stiftung wurde nach seinem Ur-Großvater benannt. Ledger besuchte die Mary’s Mount-Grundschule in Gooseberry Hill und später das Guildfold-Gymnasium, wo er bei einer Schulaufführung mit 10 Jahren als ‚Peter Pan’ seine ersten Erfahrungen mit der Schauspielerei machte.
Ledger war ein begeisterter Schachspieler. Mit 10 gewann er die Junioren-Staats-Meisterschaft und als Erwachsener spielte er oft mit anderen Schachenthusiasten im Washington Square Park.Ledger hat eine ältere Schwester, Kate. Beider Eltern ließen sich scheiden, als er elf Jahre alt war. Weitere Geschwister sind seine beiden Halbschwestern Ashleigh Bell (geb. 1989), aus der Verbindung seiner Mutter mit ihrem zweiten Ehemann Roger Bell, und Olivia Ledger (geb. 1997), Tochter aus der zweiten Ehe seines Vaters mit Emma Brown. Vor 2002 hatte Ledger kurze Beziehungen mit den Schauspielerinnen Lisa Zane und Heather Graham. Von August 2002 bis April 2004 war er mit seiner Kollegin Naomi Watts zusammen, die er während der Dreharbeiten zu Ned Kelly kennen lernte. Am Set von Brokeback Mountain begegnete er der Schauspielerin Michelle Williams. Aus dieser Beziehung stammt beider Tochter, Matilda Rose, geb. 28. Oktober 2005 in New York City. Matildas Paten sind Ledgers Brokeback-Co-Star Jake Gyllenhaal und Williams Dawson’s Creek-Kollegin Busy Philipps. Probleme mit Paparazzis in Australien veranlassten Ledger, seinen Wohnsitz in Bronte, New South Wales, zu verkaufen und in die USA umzuziehen, wo er von 2005 bis 2007 ein gemeinsames Appartement in Boerum Hill, Brooklyn, mit Michelle Williams bewohnte. Im September 2007 bestätigte Michelles Vater, Larry Williams gegenüber dem Sydney’s Daily Telegraph, dass die Beziehung zwischen Ledger und Williams beendet war. Anschließend traf Ledger sich Berichten zufolge mit den Supermodels Helena Christensen und Gemma Ward sowie dem früheren Kinderstar Mary-Kate Olsen.
Karriere
1990er
Mit sechzehn machte Ledger vorzeitig seinen Abschluss und verließ die Schule, um Schauspieler zu werden. Mit seinem besten Freund, Trevor DiCarlo, reiste Ledger quer durch Australien nach Sydney. Für die TV-Serie Sweat(1996), in der er einen schwulen Radsportler spielte, kehrte er nach Perth zurück.
1996, vor seinem Filmdebüt in dem australischen Film Blackrock, war Ledger Teil des kurzlebigen Fantasy-Dramas Roar der Fox Broadcasting Company. Unmittelbar darauf hatte er eine Rolle in Home and Away, eine von Australiens erfolgreichsten TV-Shows. 1999 spielte er die Hauptrolle in der Teeny-Komödie 10 Dinge, die ich an dir hasse, ebenso wie in dem gefeierten australischen Film Two Hands unter der Regie von Gregor Jordan.
2000er
Von 2000 bis 2005 spielte er Hauptrollen in Der Patriot, Monster’s Ball, Ritter aus Leidenschaft, Die vier Federn, Ned Kelly, Sin Eater – Die Seele de Bösen und Die Gebrüder Grimm. 2001 gewann er einen ShoWest Award als Männlicher Star von Morgen für seine Darstellung in Der Patriot. Ritter aus Leidenschaft kam im selben Jahr weltweit in die Kinos. Ledger erhielt "Bester Schauspieler 2005"-Awards sowohl vom New York Kritiker Kreis als auch vom San Francisco Kritiker Kreis für seine gefeierte Darstellung in Brokeback Mountain. Darin spielte er den aus Wyoming stammenden Rancharbeiter Ennis del Mar, der eine Liebesaffäre mit dem aufstrebenden Rodeo-Reiter Jack Twist, dargestellt von Jake Gyllenhaal, hat. Außerdem wurde er hierfür auch für den Golden Globe als „Bester Schauspieler in einem Drama“ und für den Academy Award als ‚Bester Schauspieler’ nominiert. Mit 26 Jahren war Ledger einer der jüngsten Schauspieler, die jemals für den Oscar als ‚Bester Schauspieler’ nominiert wurden. Der Kritiker Stephen Holden schrieb in seiner Bewertung in der New York Times: „Sowohl Mr. Ledger als auch Mr. Gyllenhaal machen diese schmerzvolle Liebesgeschichte physisch fühlbar. Mr. Ledger verschwindet auf magische und mysteriöse Weise unter der Haut seiner hageren, sehnigen Rolle. Es ist eine großartige Leinwand-Aufführung, ebenso gut wie die besten von Marlon Brando und Sean Penn.“
In der Rolling Stone-Kritik stellte Peter Travers fest: „Ledgers großartige Darstellung ist ein Wunder der Schauspielerei. Er scheint es aus seinem Innern zu reißen. Ledger weiß nicht nur, wie Ennis sich bewegt, spricht und zuhört; er weiß, wie er atmet. Ihm zuzusehen, wie er den Duft eines Hemdes, das in Jacks Schrank hängt inhaliert, bedeutet, das Ausmaß seines Schmerzes über die verlorene Liebe aufzunehmen.“ 2005 porträtierte Ledger auch eine fiktionalisierte Version von Giacomo Casanova in Casanova, einer romantischen Komödie mit Co-Star Sienna Miller. 2006 wurde Ledger eingeladen, Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences zu werden.
2007 war Ledger einer von sechs Schauspielern, die unterschiedliche Seiten des Sängers Bob Dylan im Film I'm Not There zeigten, unter anderem mit Christian Bale, der Batman in The Dark Knight spielt. Ledger sollte ursprünglich auch neben Sean Penn in Terrence Malick’s Tree of Life spielen, zog sich aber im Dezember 2007 von dem Projekt zurück und wurde durch Brad Pitt ersetzt.
Ledger verkörperte die Comic-Bösewicht-Ikone Der Joker in, der Fortsetzung zu Batman Begins (2005), der am 18. Juli 2008 in die Kinos kommt. The Dark Knight war in der Nachbearbeitung zum Zeitpunkt von Ledgers Tod. Seine Arbeit an dem Film war beendet, doch die Werbekampagne, die vor seinem Tod ursprünglich auf seine Rolle fokussiert war, wird möglicherweise vor der Aufführung im Sommer 2008 noch überarbeitet.
Der Film The Imaginarium of Doctor Parnassus, in welchem er eine wichtige Nebenrolle spielt, war bei seinem Tod mitten in der Produktion.
Regiearbeit
Ledger strebte danach, Film-Regisseur zu werden und machte einige Musik-Videos. 2006 debütierte er als Regisseur mit den Musik-Videos für den Titelsong von Australiens Hip-Hop-Künstler N’fa’s CD-Debüt Solo-Album 'Cause an Effect' und für die Single 'Seduction Is Evil (She's Hot)'.
Später im selben Jahr gründete er mit Sänger Ben Harper ein neues Plattenlabel, Masses Music, und führte Regie bei einem Video für Harpers Song Morning Yearning. Auf einer Pressekonferenz beim Film Festival von Venedig sprach Ledger von seinem Wunsch, einen Film über den britischen Troubadour Nick Drake zu machen, der 1974 mit 26 an einer Überdosis Antidepressiva starb. Im Zusammenhang mit diesem Projekt schuf Ledger ein weiteres Musik-Video, in dem er auch selbst spielt, zu Drakes Lied Black Eyed Dog über Depressionen (Titel war inspiriert von Winston Churchills Beschreibung für Depressionen) und das in eine Auswahl von Kurzfilmen über Drake (Their Place: Reflections On Nick Drake) integriert wurde, die am 5. Oktober 2007 beim Mods & Rockers Film Festival in Grauman's Egyptian Theatre, Los Angeles, Premiere hatten.
Außerdem arbeitete Ledger mit dem schottischen Autor und Produzenten Allan Scott an einer Adaption von The Queen's Gambit, von Walter Tevis, welche der erste Film gewesen wäre, den er als Regisseur vorgestellt hätte.
Presse-Debatten
Ledger hatte eine turbulente Beziehung zu Paparazzi-Fotografen, bestritt aber vehement, dass er 2004 einen Fotografen in Sydney angespuckt und bedroht haben soll. Am 13. Januar 2006 rächten sich diverse Fotografen für den vermeintlichen Vorfall und bespritzten Ledger und Michelle Williams mit Wasserpistolen, als sie in Sydney zur Premiere von Brokeback Mountain über den roten Teppich gingen.
Ledger erfuhr auch Presse-Kritik nach seiner Bühnen-Vorstellung bei den Screen Actors Guild Awards 2005, als er kicherte, während er Brokeback Mountain als Nominierter für 'Performance by a Cast in a Motion Picture’ präsentierte. Als Folge bezeichnete die Los Angeles Times seine Präsentation als “eine Art schwule Verulkung“. Ledger rief die Times später an und erklärte, dass seine Leichtfertigkeit aus Bühnenangst entstand und meinte, dass man ihm nur wenige Minuten zuvor gesagt hatte, dass er den Award präsentieren sollte. „Es tut mir so Leid und ich entschuldige mich für meine Nervosität“, erklärte Ledger der Zeitung.
Ledger wurde im Januar 2006 im Melbourne's Herald Sun zitiert, wobei er gesagt hat, er hätte gehört, dass West Virginia Brokeback Mountain verboten hätte, was nicht stimmte (Ein Kino in Utah hatte den Film gestoppt). Nachdem er fälschlicherweise von West Virginia behauptete, dass dort noch in den 1980ern Lynchjustiz stattgefunden hätte, diskutierten Schüler aus West Virginia seine Behauptung. Sie stellten fest, dass obwohl in Alabama noch in 1981 Lynchjustiz vorgekommen war, laut dem Direktor des Staats- und Geschichtsarchivs, zitiert von The Charleston Gazette, der letzte Vorfall dieser Art in West Virginia 1931 in Lewisburg dokumentiert wurde. Allerdings qualifizierte The Gazz ihren Zeitungsbericht etwas weiter, indem sie hinzufügte: „Doch Sie sollten sich fragen, was der Klan in den Jahrzehnten danach gemacht hat.“
Auswirkungen der Arbeit auf die Gesundheit
In einem Interview der New York Times im November 2007 mit Sarah Lyall, erklärte Ledger, dass seine kürzlich beendeten Rollen in The Dark Knightund I'm Not ThereTribut von seiner Fähigkeit, zu schlafen gefordert hätten. „Letzte Woche habe ich durchschnittlich zwei Stunden pro Nacht geschlafen. … Ich konnte nicht aufhören, zu denken. Mein Körper war erschöpft und meine Gedanken arbeiteten immer noch.“ Zu der Zeit erzählte er Lyall, dass er zwei Ambien (Schlafmittel) genommen hatte, weil eine nicht reichte und dass er davon zwar benommen war, aber trotzdem eine Stunde später aufwachte und seine Gedanken sich immer noch im Kreis drehten. Vor seiner Rückkehr nach New York von seinem letzten Filmauftrag im Januar 2008 in London litt er offenbar an einer Erkrankung der Atemwege.
Tod
Am 22. Januar 2008 um 14:45h wurde Ledger bewusstlos in seinem Loft-Appartement in der Broome Street, SoHo, Manhattan, aufgefunden. Die bald danach eintreffenden Rettungskräfte konnten ihn nicht mehr reanimieren. Nach einer Erst-Autopsie am 23. Januar gab das Büro des Chief Medical Examiner von New York am 6. Februar seinen Bericht bekannt, der auf einer toxikologischen Analyse basierte. Demnach starb Heath Ledger an einer akuten Vergiftung, verursacht durch die Wechselwirkung verschiedener verschreibungspflichtiger, gleichzeitig eingenommener Medikamente (u.a. Schmerz- und Schlafmittel und div. Psychopharmaka). Die Untersuchung ergab, dass es sich hierbei weder um Selbstmord noch Missbrauch, sondern um einen Unfall handelte.
Ende Februar sprach eine DEA-Ermittlung zwei amerikanische Ärzte in Los Angeles und Houston von jedem Verdacht frei, ‚falsch gehandelt’ zu haben, da Ledger an anderen Medikamenten als den von ihnen verschriebenen gestorben war.
Gedenkworte
Am 23. Januar 2008 erschienen Ledgers Eltern und Schwester vor dem Haus seiner Mutter in Applecross, einem Vorort von Perth, und verlasen eine kurze Stellungnahme für die Medien, in der sie ihre Trauer und ihren Wunsch nach Privatsphäre ausdrückten. Zwei Tage später wurden Gedenkworte von Familienmitgliedern, dem australischen Premierminister Kevin Rudd, Warner Brothers (Vertreiber seines letzten vollendeten Films, The Dark Knight) und tausenden Fans aus der ganzen Welt veröffentlicht. Zahlreiche Schauspieler gaben Stellungnahmen ab, in denen sie ihre Trauer über Ledgers Tod ausdrückten, einschließlich Daniel Day-Lewis, der seinen Screen Actors Guild Award widmete, indem er sagte, Ledgers Darstellung in Brokeback Mountain war „perfekt“. Am 1. Februar 2008 sagte Michelle Williams bei ihrer ersten öffentlichen Stellungnahme, dass ihr Herz gebrochen wäre und dass sie Ledgers Seele in ihrer Tochter weiterleben sieht. Nach einer privaten Zeremonie in Los Angeles kehrte Ledgers Familie mit seinen sterblichen Überresten nach Perth, West-Australien, zurück. Am 9. Februar 2008 wurde ein Gedenkgottesdienst am Penhros College abgehalten, an dem mehrere hundert geladene Gäste teilnahmen. Anschließend wurde Ledgers Körper eingeäschert. Seine Asche wurde im engsten Familienkreis auf dem Familiengrab bei zwei seiner Großeltern verstreut. Später am Abend versammelten sich Familie und Freunde zur Totenwache am Strand von Cottesloe Beach.
Noch erscheinende Filme
Ledgers Tod beeinflusst nicht nur die Werbekampagne für Christopher Nolans Film The Dark Knight, sondern auch die Produktion von Terry Gilliams Film The Imaginarium of Doctor Parnassus. Gilliam setzte die Produktion vorläufig aus, hoffte jedoch ihn ‚retten’ zu können, vielleicht durch die Nutzung von Computergenerierten Bildern (CGI), und plante, ihn dem Andenken an Heath Ledger zu widmen. Im Februar 2008 unterschrieben die Schauspieler Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell, um Ledgers Rolle zu übernehmen. Dabei werden sie zu verschiedenen Inkarnationen seines Charakters, Tony, die in der magischen Welt des Films transformiert wurden, als eine Art Tribut an Ledger.
Pressebeachtung nach seinem Tod
Eine posthume, fiktionalisierte Erzählung von “Die letzten Tage des Heath Ledger”, von Lisa Taddeo (eine freischaffende Redakteurin des Golf Magazine und eine aufstrebende Romanschriftstellerin, die vier Tage in Restaurants, Cafés und Parks nahe Ledgers Sterbeort verbrachte), hat einige Kontroversen vor ihrem Erscheinen in der April 2008-Ausgabe des Esquire ausgelöst. Sie umfasst Ledgers letzten vier Tage, vom 19. bis 22. Januar, seinem Todestag, und trägt den Untertitel “Der letzte Vorhang”.Laut Edward Wasserman, Knight Professor für Journalismus an der Washington und Lee Universität in Lexington, Virginia, besteht das Risiko, dass ein Werk wie “Die letzten Tage des Heath Ledger” in literarischem Niemandsland endet. Das größte Problem, dass er sieht, ist, dass man die größten Stärken von jedem Genre opfert. … Man verliert die Wahrhaftigkeit des Journalismus und die fantasievolle Freiheit der Fiktion. Man riskiert am Ende mit etwas da zu stehen, das weder wahr noch interessant ist.
Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Heath_Ledger / Übersetzung: Blackpoetcat
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