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Brief an Heath I
Heath,
ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Meine Gedanken sind wirr, ich kann noch gar nicht begreifen, dass du nicht mehr da bist.
Und doch ist es real: Du bist nicht mehr da.
Deine Tochter wird keine lebendige, echte Erinnerung an dich haben. Nur die vielen tausend Fotos von dir und deine wunderbaren Filme bleiben ihr. Und die persönlichen Erinnerungen an dich, die Michelle deiner Tochter anvertrauen wird.
Deine Familie und Freunde trauern schmerzlich um dich. Sie liebten dich. Sie lieben dich auch über den Tod hinaus. Du spürst bestimmt, wie sehr sie dich vermissen....
Du warst ein Geschenk für die Welt. Und ein besonderes Geschenk für mich.
Deine Darstellung des Ennis Del Mar war es, die mir die Augen geöffnet hat. Ich erkannte mich in Ennis wieder.
Auch wenn ich dich nie persönlich kennen lernen durfte, so ist mir doch klar, dass du ein wunderbarer Mensch warst. Ich konnte das an deinen Augen erkennen. Sie berührten mich im Innersten. Und deine Stimme wird mir auf ewig in den Ohren klingen. Noch nie hatte ich eine so außergewöhnliche Stimme gehört. Leider werden wir sie nie wieder hören......
Ich war noch nie gut mit Worten. Das habe ich mit Ennis Del Mar gemeinsam. Trotzdem habe ich versucht, meine Gefühle und Empfindungen, die dein Tod bei mir auslösten, nieder zu schreiben. Ich scheiterte kläglich. Es schwirren so viel Gedanken und Fragen in meinem Kopf, dass ich unfähig bin, diese zu einem anständigen Satz zusammen zufassen. Darum dauerte es auch so lange, bis ich diese Zeilen hier aufschreiben konnte.
Ständig frage ich mich nach dem WARUM. Aber niemand kann mir eine Antwort geben. Wahrscheinlich wird es auch niemals eine Antwort darauf geben. Es tut so weh, im Ungewissen zu sein.
Ich schätze, es wird noch eine ganze Weile schmerzen. Deine Familie wird niemals über deinen Verlust hinweg kommen. Für mich ist es da „leichter“. Ich kannte dich nicht persönlich, du warst „nur“ ein Schauspieler, der mir die Augen geöffnet hat und sich langsam, dafür aber umso intensiver, in mein Herz geschlichen hat. Und dort wirst du immer einen ganz besonderen Platz einnehmen.
Das schwöre ich dir.
In tiefster Zuneigung und Verehrung.
Eine Trauernde von vielen.
© Krokomaus
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If you can't fix it...
...you gotta stand it!
Das hast du damals gesagt, Heath.
Als Ennis in diesem wunderbaren, einzigartigen Film "Brokeback Mountain".
Damals habe ich viel mehr auf deinen Kollegen geachtet.
Auf Jake Gyllenhaal.
Hatte der mich doch irgendwie viel mehr interessiert als du...
Ja, ich gestehe es ein.
Verlegen lächelnd.
Und du würdest jetzt wahrscheinlich als Ennis nur wortlos weiter deine Bohnen in dich reinschaufeln und froh sein, daß du es nicht bist, der beachtet wird.
Doch als Heath wird dir im Moment viel mehr Beachtung geschenkt, als du es sicherlich je gewollt hast.
Du hast uns verlassen, Heath.
Bist von uns gegangen.
Einfach so.
Ich möchte vor meinen Gedanken davon laufen.
Aber ich möchte mich auch einigeln und die ganze Trauer rauslassen.
Letztes Jahr konnte ich es nicht.
Nicht so, wie ich wollte.
Nur durch meinen Wunsch, meine Gedanken damals aufzuschreiben.
Ich würde mir wünschen, ein ähnliches Erlebnis wie letztes Jahr am 29. April dieses Jahr mit dir zu haben.
Aber es kommen keine Bilder.
Keine Gedanken.
Es kommen nur Tränen.
Immer und immer wieder.
Mal mehr und mal weniger.
Auch wenn ich denke, daß keine mehr kommen könnten.
Heath, du wirst diese Zeilen nie lesen.
Du wirst nie wissen, daß sie geschrieben worden sind.
Von einer Frau, die du nicht kennst.
Und die dich nie kannte.
Nur von der Leinwand her.
Aus deinen Filmen.
In denen du mich begeistert hast, berührt hast, zu Tränen gerührt hast.
Und jetzt bist du auf einem Mal nicht mehr da.
Wirst nie wieder kommen.
Bist einfach...
...weg.
Einfach nicht mehr da.
If you can't fix it, you gotta stand it...
DAS ist es wohl, was ich mit all den anderen Leuten tun muß, huh?
Es aushalten...
Ganz egal, wie...
So wie Ennis gelitten hat, wenn er und Jack sich getrennt haben...
Ach, Heath, warum ist das passiert, vorgestern??
War es Vorhersehung?
War es ein Unfall?
Oder war es nur eine Verkettung unglücksseliger Vorkommnisse??
Ich weiß nicht einmal, ob ich es erfahren möchte.
Ich möchte, daß wir alle aufwachen und das alles nur ein Traum war.
Ich möchte die Zeit zurück drehen können.
Ich möchte so vieles...
Und alles ist nicht möglich, um dich zurück zu holen.
Ich muß dich gehen lassen...
Und das tut weh...
Es tut unsagbar weh.
So sehr, daß mir jetzt doch wieder die Tränen in die Augen schießen.
Ich möchte dich nicht gehen lassen...
ich möchte deine Hand nehmen und festhalten.
Aber es geht nicht...
Es geht nicht...
If you can't fix it...
Warum nur hast du nie gesagt, WIE man es aushalten kann??
Wüßte ich es, wäre das, was geschehen ist, vielleicht ein bißchen leichter zu ertragen...
Sicherlich wird der Schmerz weniger werden.
Irgendwann...
Vielleicht schneller, als ich im Moment denke.
Aber eines werde ich mit Sicherheit nie tun, Heath...
Dich vergessen.
Du lebst nicht nur in unseren Herzen weiter oder in meinem...
Nein, jedes Mal, wenn ich auf mein neues Tattoo blicke, in dem auch ein H zu erkennen ist, was mir gerade erst gestern auffiel, am Tag, als es gestochen werden sollte...
Bist du nicht nur in meinen Gedanken, Heath...
Aber vermissen werde ich dich dennoch...
© Kitty
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Brief an Heath II
Ach Heath,
Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll. Doch ich weiß es: Danke für Ennis. Damit fängt alles an, hört damit aber noch lange nicht auf. Damals in New York habe ich es dir nicht sagen können, weil ich zu feige war, ich Idiot! Jetzt ist es zu spät. So muss ich es dir eben jetzt sagen, wo du da oben im Himmel bist, oder wo auch immer: Danke für Ennis.
Auch wenn ich es natürlich nicht beweisen kann, bin ich überzeugt: Wenn irgend ein anderer Schauspieler den Ennis del Mar gespielt hätte - bei gleichem Drehbuch, gleichem Regisseur und Mitdarstellern und auch sonst gleichen Bedingungen - dann hätte der Film trotzdem nicht die gleiche Wirkung gehabt, zumindest nicht auf mich.
Wir sind uns niemals begegnet (ich habe dich mal in Brooklyn am 12. Juni 2006 kurz vor Mittag für ein paar Augenblicke über die Smith Street hinweg gesehen, aber ich bin dir nicht wirklich begegnet), wir haben vollkommen getrennte und unterschiedliche Leben geführt- und doch: An einem Punkt hat deine Seele die meine berührt.
Ich weiß nicht, woher du mich kanntest. Aber ich bin Ennis. Diese verkrampfte Unfähigkeit, zu den Gefühlen zu stehen, die in einem brodeln, dieses "am Leben vorbei leben" - bis es dann eines Tages zu spät ist. Du musst dein Leben ändern! ruft Ennis mir zu. Noch habe ich es nicht geschafft. Noch ist es meine Aufgabe, dem Ruf zu folgen.
Mit Ennis del Mar hat alles angefangen, aber nicht aufgehört. Meine Dankbarkeit für Ennis hat dazu geführt, dass ich mich auch mit deinen anderen Filmen, deinem Leben und deiner Persönlichkeit beschäftigt habe. Dass ich für deine so vielgestaltige Schönheit “geschwärmt” habe. Aber irgendwann war es dann mehr als bloße “Schwärmerei”, irgendwann habe ich nicht nur dein Aussehen, dein Talent, deine Persönlichkeit geliebt, deine Komplexität, Kreativität und Sensibilität, sondern dich.
Es waren wohl zuerst deine traurigen braunen Augen, in die ich mich verliebt habe. Deine braunen Augen und dein strahlendes Lächeln, das “eine ganze Kandelaberfabrik arbeitslos machen könnte”, wie mal jemand in einer Rezension über “10 Things I Hate about You” geschrieben hat.
Ein einziger Blick aus diesen braunen Augen konnte mehr Emotionen und Gedanken vermitteln, als manch anderer Schauspieler es in seiner ganzen Karriere geschafft hat.
Weil deine “alte Seele in einem jungen Körper” in deinen Rollen immer wieder durchschien, hast du es geschafft, viele Zuschauer in aller Welt immer wieder zu bewegen. Deshalb trauern jetzt auch so viele Menschen in aller Welt um dich, auch solche, die gar keine “Fans” von dir waren, die das vielleicht gar nicht von sich erwartet hätten.
Du hast es sogar geschafft, dass ich über einen langhaarigen Kiffer, der ein Surfboard abschleift und dabei Radio hört, gerührt war. (In “Lords of Dogtown”) Nicht etwa weil du mit irgendwelchen billigen Schauspielertricks auf die Tränendrüse drückst, sondern weil du mit Ehrlichkeit, Intelligenz und Einfühlungsvermögen Menschen in all ihrer Komplexität, in ihrer Tragik und in ihrer Würde darstellst.
Heath, du hast Seelen berührt und Leben verändert - grundlegend und zum besseren. Wie viele Schauspieler und Künstler - wie viele Menschen überhaupt - können das von sich sagen?
Die Welt wird deine vielfältigen Talente vermissen.
Wir, die wir nicht das Privileg hatten, dich persönlich kennen zu dürfen, werden natürlich vor allem dein Schauspieltalent vermissen. Dein unersetzbares Talent, Menschen darzustellen. Dabei standest du erst am Anfang einer potentiellen brillanten Karriere. Wie viele großartige Verkörperungen sind uns entgangen! Bei wie vielen künftigen Filmrollen werden wir sagen: “Was hätte nur Heath Ledger aus dieser Rolle machen können!”
Obwohl wir sie bisher nur aus ein paar Musikvideos kennen, vermissen wir deine noch ganz unentdeckten Talente als Regisseur. Du hattest ja schon den ersten Film in Planung, die Geschichte eines Waisenmädchens, das zum Schachgenie wird.
Die Schachspieler auf dem Washington Square werden dein Talent als Schachspieler vermissen.
Die, die dich gekannt haben, vermissen dein Talent zur Liebe. Ich glaube, du hattest ein wunderbares Talent zur Liebe, wenn auch nicht unbedingt immer zur Treue gegenüber einer Frau- außer natürlich gegenüber deiner Mutter und deinen Schwestern - das “KAOS”-Team, das auf dein Handgelenkt tätowiert ist.
Deine Familie vermisst dein Talent, einfach ihr Heath zu sein, ihr kleiner Bruder, ihr geliebter Sohn: “my beautiful boy: so loving, so talented, so independent, so caring, so young . . .“
Matilda Rose wird dein wunderbares Talent als Vater vermissen.
“Wir sollen nicht traurig sein, dass er nicht mehr da ist, sondern glücklich, dass wir ihn gekannt haben”, sagt man bei solchen Gelegenheiten leicht hin. So leicht ist das aber nicht. Es gilt beides: Ich bin so unendlich froh, dass es dich gab. Und unendlich traurig, dass es dich nicht mehr gibt.
Nur in unseren Herzen und Gedanken, und in deinen Filmen lebst du weiter. Mach’s gut!
Heath, I swear...
© Frank
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So müde
Ich bin so müde.
Seitdem du nicht mehr da bist, ist alles dunkel.
Die Sonne scheint, aber ich spüre ihre Wärme nicht.
Kinder lachen, aber ich kann ihre Freude nicht teilen.
Es fängt alles an zu blühen, aber ich nehme keine Farben wahr.
Die Gefühle, die du in mir ausgelöst hast, sind versiegt. Gewichen einem Tal aus Schmerz, Kummer und Tränen.
Die süße Freude, die du mir so oft bereitet hast, mischt sich mit dem bitteren Geschmack der Trauer darüber, dass du mich nie wieder aufs Neue so berühren wirst.
Die Welt ist grau, weil deine Farbkleckse fehlen. Deine lila Mütze. Deine rote Sonnenbrille. Diese unmöglichen orangefarbenen Schuhe.
Ich bin so müde.
Meine Gedanken kreisen selbst bei einfachen Dingen um dich.
Wäsche aufhängen…diese blöden Wäscheklammern.
Geschirr spülen auf der Arbeit. Der weltbeste Tellerwäscher, huh?
Bohnen zum Sonntagsbraten.
Ich bin so müde.
Doch selbst im Schlaf besuchst du mich.
Wann hört es endlich auf, wehzutun?
© Greenwhitebobo
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An Heath
Es heißt, die Zeit heilt alle Wunden. Wie ein großes Pflaster hat sie sich über mein zerrissenes Herz gelegt. Wenn ich mit Arbeit abgelenkt bin, schützt dieses Pflaster die Wunde. Aber sobald ich Nachts versuche meine Augen zu schließen, löst es sich ab und die Wunde bricht auf. Sofort kommt wieder dieser eine, meine Welt für immer verändernde Satz hoch. Ich höre ganz deutlich die Stimme der Nachrichtensprecherin, die mir schonungslos mitteilte, dass die Welt einen wunderbaren Menschen verloren hatte: DICH !
Wie schaffen es deine Freunde und deine Familie, diese Wunde zu verschließen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zeit bei ihnen schon Erfolg hatte. Natürlich wird der Schmerz allmählich dumpfer, aber er wird immer noch vorhanden sein. Und ich denke, er wird am 4. April wieder mit aller Macht hervorquellen, wie heiße Lava, die sich ihren zerstörerischen Weg sucht und findet. Da hilft weder ein Pflaster noch alle Zeit der Welt. Diese Wunde wird sich niemals verschließen. Ich leide mit deiner Tochter, die ihren Vater verloren hat. Den wundervollsten Vater, den sich ein Kind wünschen kann. Ich leide mit deiner Familie, die ihren Sohn und ihren Bruder verloren haben. Den besten Sohn und Bruder, den man sich wünschen kann. Ich leide mit deinen Freunden, die ihren Kumpel, ihren Seelenverwandten verloren haben. Den besten Freund, den man sich wünschen kann. Keine Zeit der Welt kann diese Verluste heilen. Niemals.
Mit Absicht schreibe ich diese Zeilen nicht an deinem Geburtstag. Es wäre nicht richtig. Dieser Tag gehört nur dir und deiner Familie. Ich bin nur eine Fremde, die Anteil nimmt an dem Schmerz der die Fans in aller Welt erfüllt. Auch mein Pflaster - die heilende Zeit - wird sich dann wieder von meinem pochenden Herzen lösen, so dass die fleischige Wunde sichtbar wird. Aber wie immer, werde ich versuchen, es zu verbergen. Ich werde allen sagen:
Die Zeit heilt alle Wunden.
In ewiger Zuneigung
für immer die Deine
© Krokomaus
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